Wasserturm

Die technische und architektonische Planung oblag dem damals 36 Jahre jungen Prof. Otto Intze, einem bekannten Wasserbau-Ingenier, der den Stützbodenbehälter des Weseler Wasserturms konstruierte. Durch Rohrleitungen war der 40 Meter hohe Turm mit dem Alten Wasserwerk an der Lippe verbunden, diente somit als Wasserspeicher und sorgte zugleich für den nötigen Druck im Rohrnetz. 1923 wurde anstelle eines ursprünglich geplanten zweiten Wasserturms aus Kostengründen ein zweiter Behälter auf Stahlstützen unterhalb des ursprünglichen Behälters eingebaut und damit ein technisches Kuriosum geschaffen.

Der Turm stand so bis zum Inferno des 16. Februar 1945, das die gesamte Stadt Wesel in Schutt und Asche versenkte. Nur ein Stumpf blieb übrig. 1947 wurden der untere, inzwischen wiederhergestellte Wasserbehälter und 1951 auch der obere Stützbodenbehälter wieder in Betrieb genommen. Für schmückendes Beiwerk hatte man weder Geld noch Zeit. So wurde aus dem ehemals reich verzierten Turmkopf ein schlichter Neubau mit schmalen hohen Fenstern; anstelle der Zinnen ein Rundgeländer, darüber ein leicht geneigtes Dach, das wie ein Hut auf den Betrachter wirkt. Und so steht er heute noch. Als er 1979 außer Betrieb genommen wurde, hatte er – abgesehen von kriegsbedingten Unterbrechungen – 93 Jahre seine Aufgabe als wichtiges Glied in der Wasserversorgung Wesels erfüllt.

Seit 1987 ist der Wasserturm im Stadtzentrum technisches Denkmal und Bestandteil der Route Industriekultur. Unter dem Motto "Kunst im Turm" werden seit 1991 wechselnde Ausstellungen durchgeführt.

Hinweis

Führungen können nach telefonischer Vereinbarung bei der Stadtwerke Wesel GmbH unter angegebener Telefonnummer angemeldet werden.

Eventkalender für Wesel Stadtinformation: 0281 / 244 98 Facebook Google + Kontakt