Zitadelle Wesel

Die architektonischen Grundzüge der Zitadelle gehen auf die Grundsätze von Sébastien Le Prestre de Vauban zurück, dem zu seiner Zeit bedeutendsten Festungsbauer. In den Jahren 1919 bis 1920 wurden als Folge der nach dem Ersten Weltkrieg durch die alliierten Streitkräfte angeordneten Entmilitarisierung des Rheinlandes die Festungswerke der Zitadelle von Grund auf zerstört. Einige Gebäude überstanden diese Zerstörungen. Heute werden diese als Kulturzentrum genutzt und beherbergen das Preußen-Museum NRW, die Musik- und Kunstschule, das Stadtarchiv mit Papierrestaurierungswerkstatt sowie das Städtische Museum Abteilung Schill Kasematte. Die Künstlergruppe Z6 ist in einem Teil des Haupttorgebäudes untergebracht.

Geschichte der Zitadelle

Im Jahre 1687 befahl der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. zur Stärkung der Befestigungsanlage in Wesel den Bau einer Zitadelle. Zunächst plante und leitete Generalquartiermeister Dupuy die Durchführung der Bauarbeiten an der Festung Wesel, doch ab 1689 wurde ihm der Ingenieur F.R.Joh. de Corbin zugeteilt, der diese Aufgabe ab 1690 übernahm.

Die Zitadelle sollte im Süden der Stadt errichtet werden. Corbin entwickelte mehrere Lösungen zum Bau einer Zitadelle mit Anbindung an die Stadtbefestigung. Das Ergebnis seiner Planungen war eine Zitadelle, die mit fünf Bastionen und fünf Ravelins ausgestattet war. Sie war im Osten und Westen durch stumpfe Bastionen an den Festungsgürtel der Stadt angeschlossen. Die fünf Zitadellenbastionen erhielten dazu noch zurückliegende Flanken.

Das Haupttor

Das Haupttor der Zitadelle wurde 1718 errichtet. Vermutlich bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie auf ihrer Süd- und Ostseite mit ausgedehnten Werken verstärkt.

In der Zeit französischer Besatzung von 1805 bis 1814 entwickelten die Franzosen eine rege Bautätigkeit in und an den Festungsanlagen der Stadt sowie der Zitadelle. So errichteten sie in der Zitadelle ein zweigeschossiges Ziegelsteingebäude ohne Unterkellerung, das noch heute Bestand hat - die ehemalige Kaserne VIII. Das Haupttor ist repräsentativ gestaltet. Im südlichen der beiden Flügel befindet sich eine Gefängniszelle, in der unter anderem die elf Schillschen Offiziere auf ihren Prozess warteten.

Heute ist dort das Städtische Museum - Abteilung Schill beheimatet.

 

 

 

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