Derrida und das Problem der Volkssouveränität

Der nationalistische Populismus bemüht vielfach den Gedanken der Volkssouveränität, um ihre Warnungen vor vermeintlichen oder wirklichen Gefahren einer Zuwanderung und Immigration zu legitimieren. Die Grenzen zu schließen sei eben Volkes Wille. Der französische Philosoph Jacques Derrida hat demgegenüber aufgezeigt, dass der Begriff eines sich selbst das Gesetz gebenden Volkes nicht widerspruchfrei möglich ist. Vielmehr ist nach Derrida eine primäre Gewalt anzuerkennen, die den normativen Gesetzen unserer europäischen Verfassungen logisch bedingt und deswegen das Umschlagen der politischen Macht in Gewalt von vornherein in die Politik 'einbringt'. Vor diesem Hintergrund soll das Umschlagen von einem legitimen politischen Protest in illegitime Gewalt im Nationalismus interpretiert und diskutiert werden.

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