Derrida und das Problem der Volkssouveränität

Philosophische Themenreihe und Vortragsgespräch: "Die politische Aktualität klassischer Philosophie: Spinoza, Kant, Derrida"
Ressentiment, Migration, Gewalt: Zur politischen Aktualität klassischer Philosophen - Drei Vorträge mit anschließender Diskussion zu Spinoza, Kant und Derrida

Täglich sind -- manchmal verstörende -- Symptome großer gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in den Medien. Demonstrationen in deutschen Großstädten führen zu schweren Ausschreitungen, die befürchten lassen, dass die Gewalt für manche Kräfte in unserer Gesellschaft (wieder) ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung geworden ist. Der nationalistische Populismus bemüht vielfach den Gedanken der Volkssouveränität, um ihre Warnungen vor vermeintlichen oder wirklichen Gefahren einer Zuwanderung und Immigration zu legitimieren. Die Grenzen zu schließen sei eben Volkes Wille.

Der französische Philosoph Jacques Derrida hat demgegenüber aufgezeigt, dass der Begriff eines sich selbst das Gesetz gebenden Volkes nicht widerspruchfrei möglich ist. Vielmehr ist nach Derrida eine primäre Gewalt anzuerkennen, die den normativen Gesetzen unserer europäischen Verfassungen logisch bedingt und deswegen das Umschlagen der politischen Macht in Gewalt von vornherein in die Politik 'einbringt'. Vor diesem Hintergrund soll das Umschlagen von einem legitimen politischen Protest in illegitime Gewalt im Nationalismus interpretiert und diskutiert werden.

Entgelt: 7,00 € Erwachsene, 3,50€ ermäßigt u.a. Jugendliche und Bezieher von Sozialleistungen

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