Von Wilhelm nach Weimar - Zwischen Monarchie und Republik

Die Ausstellung erstreckt sich zeitlich von der Epoche des „Wilhelminismus“ bis 1925/26, als nach frühen Krisenjahren der Republik eine relative Stabilisierung eingetreten schien. Nachdem in der Regierungszeit Wilhelms II. eine ökonomische Stabilität bestand, die den deutschen Weltmachtanspruch erst ermöglichte, hatte die erste Demokratie auf deutschem Boden von Anfang an mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Kriegsniederlage und die Auflagen des Versailler Vertrags ebenso wie die weitgehende Ablehnung der Demokratie durch die Funktionseliten bedeuteten eine erhebliche Belastung für die junge Republik. Auch die wirtschaftliche Situation mit Inflation, hohen Arbeitslosenzahlen und Reparationsbelastungen aufgrund des Versailler Vertrags blieb während der Weimarer Republik problematisch. Daher schlug die anfängliche Erleichterung über das Kriegsende und den Wechsel der Regierungsform schnell in eine allgemeine Unzufriedenheit um.

Mit dem 1926 erfolgenden Abzug der belgischen und französischen Truppen aus der 1. Besatzungszone, der sogenannten Kölner Zone, verknüpfte sich auch die Hoffnung auf eine Normalisierung der Verhältnisse beiderseits des Rheins. In der Ausstellung werden neben Umbrüchen, Strukturwandlungen und Neuorientierungen auch Kontinuitäten sichtbar, die sich über den Wechsel des Regierungssystems von der Monarchie zur Republik erhalten haben. Der räumliche Bezug liegt auf dem nördlichen Rheinland, ein deutscher Kernraum von Industrialisierung, Urbanisierung, politischem Katholizismus und Arbeiterbewegung sowie der künstlerischen Moderne.

Die Ausstellung wird im Rahmen des "Bauhaus 100"-Projektes und des Themenjahres "Neuland" des Kulturraums Niederrhein präsentiert und ist Teil des Bauhaus-Jubiläums in NRW. 100 jahre bauhaus im westen ist ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: LVR-Niederrheinmuseum Wesel

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