Vortragsgespräch: Kant und das Problem der Migration

In der Aufklärung entstand die Vorstellung vom Menschen als eines 'Weltbürgers', der die Befürworter einer uneingeschränkt freien Migration in der heutigen Diskussion über Zuwanderung noch immer folgen. Kant, der dem Weltbürgertum als orientierende Idee viel abgewinnen konnte, hat bereits die Unmöglichkeit eines Weltstaats behauptet, indem er seine Unvereinbarkeit mit einem Repräsentativsystem aufwies. Weil es viele Staaten gibt, muss es, so Kant, auch Grenzen geben. Zugleich räumt Kant mit einem Irrtum auf, dem heutige Nationalisten vielfach aufgesessen sind, nämlich, dass nur geschlossene Grenzen sichere Grenzen wären. Kant tritt vielmehr für ein zeitlich begrenztes, universelles 'Besuchsrecht' in fremden Staaten ein, das es den Regierungen einerseits gebietet, die Staatsgrenzen zu öffnen, andererseits aber auch Staat und Gesellschaft zu schützen, indem eine Immigration, die das Besuchsrecht übersteigt, an strenge Bedingungen geknüpft wird.

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